© DLR/Thomas Ernsting

Münchner Startups und das Zukunftsthema Wasserstoff

Wasserstoff gilt Vielen als Rohstoff der Zukunft. Daher gehen wir in Episode 29 des Munich Startup Podcasts der Frage nach, wie die Münchner Startup Szene dieses Zukunftsthema bearbeitet. Dabei widmen wir uns zum einen dem Wasserstoff und seinen verschiedenen „Farben“ und werfen einen genauen Blick auf ausgewählte Startups. Zudem stellen wir einen Investor vor, der sich für erneuerbare Energien interessiert.

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Nach den üblichen Eventhinweisen widmet sich die 29. Folge des Munich Startup Podcast ab Minute 2:05 dem Wasserstoff. Zum Einstieg klären wir die Frage der verschiedenen „Farben“, in denen Wasserstoff auftreten kann. Dabei geht es aber nicht um Farbe des Gases selbst – dieses ist immer farblos – sondern um dessen Herkunft. Am bekanntesten dürfte hier der sogenannte grüne Wasserstoff sein. Dieser entsteht durch Elektrolyse mit grünem, also regenerativem Strom.

Dem gegenüber steht der graue Wasserstoff, der entweder mit Energie aus fossilen Energieträgern erzeugt wird, oder in einem anderen chemischen Verfahren aus dem im Erdgas enthaltene Methan erzeugt wird. Wird das bei diesem Prozess entstehende CO2 abgefangen und nicht in die Atmosphäre entlassen, spricht man hingegen von blauem Wasserstoff. Auf diese Methode wollen übrigens laut WirtschaftsWoche vor allem die USA und Japan setzen. Darüber hinaus kann der Wasserstoff noch weitere Farben annehmen, die wir jedoch nur kurz ansprechen.

Wasserstoff-Produktion

Die Wasserstoff-Startup-Welt lässt sich grob in zwei Bereiche einteilen. Startups, die an der Produktion des Rohstoffes arbeiten, und Jungunternehmen, die diesen dann verwenden. Um die Produktion kümmert sich zum Beispiel Hydrogen Rise (ab Minute 5:10). Das 2018 gegründete Unternehmen will sich von Konzeption bis Produktion über den Export um alles kümmern. Dabei ist es derzeit stark auf den Oman fokussiert, wo es seit 2019 mit dem omanischen Energieministerium daran arbeitet, aus dem Staat eine Wasserstoff-Exportnation zu machen.

Sowohl Produktion als auch Nutzung hat hingegen White Energy Solutions im Blick. Das Startup, das wir ab Minute 7:45 vorstellen, betreibt nicht nur ein eigenes Labor zur Verbesserung der Wasserstofferzeugung aus Solarstrom, sondern auch ein Wasserstoffhaus. Dieses wird mit einer Photovoltaikanlage mit Strom versorgt, den es auch nutzt, um Wasserstoff zu erzeugen. In einem Speicher aufgefangen soll der Rohstoff das Haus dann bei Nacht und im Winter mit Strom versorgen. Ziel des Projektes ist es, am Ende einen Sanierungsplan für bestehende Gebäude zu entwickeln, anhand dessen sie in autarke, Wasserstoff-versorgte Häuser umgebaut werden können.

Motoren und Brennstoffzellen

Mit Keyou besprechen wir ab Minute 10:20 ein Startup, das Diesel- und Gasmotoren zu Wasserstoffmotoren umbaut. Denn auch wenn sich die Automobilbranche derzeit mehr auf Batteriefahrzeuge konzentriert, bleiben Wasserstoffmotoren ein wichtiges Thema für LKW, Schiffe und Züge. Zu diesem Zweck hat Keyou bereits gemeinsam mit Deutz einen 7,8-Liter-Motor für 18-Tonnen-LKW entwickelt.

Eine andere Art den Wasserstoff zu nutzen, sind Brennstoffzellen, in denen direkt elektrischer Strom erzeugt wird. Das Münchner Startup Siqens (ab Minute 13:00) nutzt diese Technologie, um mobile Generatoren etwa für Baustellen, Mobilfunkmasten oder abgelegene Gebäude wie Berghütten anzubieten. Zudem könne das Gerät auch als Notstromaggregat oder im Automobilbereich eingesetzt werden. Siqens betreibt seine Brennstoffzellen mit Methanol und nicht mit Wasserstoff.

Sirius Venture Partners

Dass sich der VC Sirius Venture Partners für erneuerbare Energien interessiert zeigt sich deutlich an seinem Portfolio: Darin finden sich neben dem Münchner Power-to-Gas-Startup Electrochaea auch das TU-Spinoff Munich Composites und die Berliner My Energy Solution. Was der VC sonst noch zu bieten hat verraten wir ab Minute 14:50.