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Julia Flötotto: Diversität als Gewinn fürs Team

Julia Flötotto hat als Informatikerin mit drei Partnern ein Startup gegründet. Smart4Diagnostics, kurz S4DX, will den Weg für Blutproben von der Abnahme bis ins Labor digitalisieren. Wie das Startup durch Austausch und Diversität profitiert, was der Gründerin wichtig ist und was sie geprägt hat — ein Interview.

Munich Startup: Was hat Dich zur Gründung motiviert?

Julia Flötotto: Der Wunsch, etwas selbst zu gestalten und zu erschaffen. Eine Marktlücke entdecken, ein Produkt interaktiv mit den Kunden und Benutzern erfinden und entwickeln, ein Team aufbauen — das sind Herausforderungen, die ich liebe. Mein Ziel ist es, dadurch nachhaltige Änderungen und Verbesserungen zu bewirken. Nur wenn das gelingt, kann ein Startup überleben.

„Dann lüftet sich plötzlich ein Schleier“

Munich Startup: Hattest Du Vorbilder beim Gründen?

Julia Flötotto: Günther Faltin, der Gründer der Teekampagne, ist ein Vorbild. Der Ansatz, durch kritischen Blick und Analyse des Status quo neue und faire Geschäftsideen zu entwickeln — auch und vor allem ohne selbst vom Fach zu sein — finde ich sehr spannend. Wenn durch die neuen Ideen zusätzlich die Nachhaltigkeit und Effizient gefördert wird, ist es für mich die Königsdisziplin.

Ein weiteres Vorbild ist mein Vater, der selbst Unternehmer ist. Die immense Energie, das Durchhaltevermögen, aber auch die Bescheidenheit und die Wertschätzung jedes einzelnen Mitarbeiters als Teil des Erfolgs sind Schlüsselelemente, die mich sehr geprägt haben.

Munich Startup: Wann und wo bekommst Du die besten Ideen?

Julia Flötotto: Meistens entwickele ich Ideen im Austausch mit anderen. Dann lüftet sich in der Diskussion plötzlich ein Schleier und Dinge werden sehr klar und logisch.

Julia Flötotto: Eine Frau mit ansteckender Energie

Munich Startup: Dein größtes Talent?

Julia Flötotto: Ich denke, dass ich viel „ansteckende“ Energie habe und andere begeistern kann.

Munich Startup: Der größte Irrtum, dem Du je unterlegen bist?

Julia Flötotto: Es ist eine große Verführung, davon auszugehen, dass andere ähnlich ticken, wie man selbst. Ich finde es immer wieder als herausfordernd und spannend, wie unterschiedlich wir Menschen sind und wie wir es als Team und als Manager — „Teamgestalter“ — schaffen, dem gerecht zu werden.

Munich Startup: Deine Geheimwaffe beim Networking?

Julia Flötotto: Offenheit und Neugier auf andere Menschen.

„Diversität hilft uns sehr“

Munich Startup: War es für Dich von Vorteil oder von Nachteil, eine Gründerin zu sein?

Julia Flötotto: Als Gründerin und Informatikerin bekommt man eine gewisse Aufmerksamkeit. Das hat mir immer dabei geholfen, meinen eigenen Weg zu gehen. Da ich mit drei Männern zusammen gegründet habe, sind keine Nachteile spürbar. Die Diversität hilft uns sehr.

Munich Startup: Die drei übelsten Vorurteile, die Dir im Gründeralltag begegnet sind?

Julia Flötotto: Mir sind bisher keine Vorurteile begegnet. Als „Exotin“ fühle ich mich diesbezüglich ziemlich frei.

Dank EIC Accelerator geht es jetzt ans Recruiting

Munich Startup: Was liegt auf Deinem Schreibtisch gerade ganz oben?

Julia Flötotto: Recruiting. Wir haben im Dezember die Zusage für den EIC Accelerator der EU erhalten und können damit nochmal ganz anders wachsen. Wir suchen mehrere Software EntwicklerInnen, und jeweils eine bzw. einen QM- und Lean-Production ManagerIn und Office ManagerIn.

Munich Startup: Wo verbringst Du Deinen nächsten Urlaub?

Julia: Skiferien mit meiner Familie in Österreich.

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