Envoria: Millionenumsatz mit Finanz- und CSR-Reporting

Das Münchner Startup Envoria will mit einer günstigen und schnellen Komplett-Lösung für Finanz- und Nachhaltigkeits-Reporting gegen die Dinosaurier auf dem Markt antreten. Im Mai 2018 gestartet, macht das Fintech mittlerweile einen Millionenumsatz. Sven Schubert, Mitgründer von Envoria, hat unsere 7 Fragen beantwortet.

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch bitte kurz vor!

Sven Schubert, Envoria: Unternehmen haben inzwischen viele Anreize, nachhaltiger zu werden. Sei es auf Grund einer besseren Reputation, durch neue Gesetze und Regularien die eingehalten werden müssen oder weil immer mehr Investmentfonds auf Nachhaltigkeit setzen.

Unsere Software ermöglicht es diesen Unternehmen, die notwendigen Daten zu sammeln und in Dashboards und Reports zu verarbeiten. Das hilft nicht nur der Unternehmensführung bei der Steuerung der Geschäfte, sondern sichert hauptsächlich die kommunizierten Nachhaltigkeitskennzahlen ab und gibt Prüfungssicherheit. Außerdem erstellt unser System automatisch Berichte und steigert die Effizienz.

Ein klassisches Beispiel für eine Nachhaltigkeitskennzahl ist der CO2-Fussabdruck. Wir verfügen über Algorithmen und Datenbanken, um die Zahlen berechnen zu können. Es geht aber um viel mehr: Wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen, beinhaltet das nicht nur Kennzahlen zur Umwelt, sondern auch Werte im Bereich Soziales wie Gleichberechtigung oder Kinderarbeit.

„Unternehmen haben viele Anreize, nachhaltiger zu werden“

Wir sind allesamt erfahrene Manager aus der Unternehmensberatung und haben uns über gemeinsame Projekte kennengelernt. Die Gründer — das sind neben mir Stefan Siemers, Thimo Brinkmann und Andreas Ahlert — sind zwischen 33 und 55 Jahre alt und haben Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftswissenschaften studiert.

Uns hat gestört, dass es in unserem Markt nur große und teure Software Anbieter gibt. Wir waren uns einig: Es musste einen Weg geben, das alles zu standardisieren und somit günstiger und schneller zu machen. Unternehmen sollten kein Vermögen ausgeben müssen, um compliant oder nachhaltiger zu sein. Mit der Idee haben wir dann gegründet.

Envoria: Weder Dinosaurier noch Sammelsurium

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Sven Schubert, Envoria: Aktuell gibt es entweder große Anbieter, die aber sehr teuer und langsam sind — nennen wir sie mal Dinosaurier. Oder es gibt Nischenanbieter bzw. Startups, die zum Beispiel nur CO2-Berechnungen anbieten.

Unternehmen wollen aber weder ein Vermögen für die Dinosaurier ausgeben, noch wollen sie ein Sammelsurium an Startup-Einzeltools verwenden. Wir sind die flexible All-in-one-Lösung für den CSR-Bereich. CSR bedeutet übrigens Corporate Social Responsibility und meint das nachhaltige Wirtschaften.

Munich Startup: Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Die größte Barriere für uns waren, wie für die meisten anderen Startups auch, die ersten Kunden. Inzwischen können wir aber ein gutes Portfolio aus den unterschiedlichsten Branchen vorweisen. Wobei man dazu sagen muss, dass wir uns zu Beginn (ab Mai 2018) auf das Reporting von Finance Kennzahlen konzentriert haben und die meisten Kunden noch aus dieser Zeit stammen. Dennoch hilft es uns ungemein, teils sehr bekannte Namen vorweisen zu können. Inzwischen gibt es aber schon laufende Pilotprojekte für Nachhaltigkeitskennzahlen.

Millionenumsatz und organisches Wachstum

Munich Startup: Wie läuft das Geschäft?

Das Geschäft läuft prima. Wir haben seit Marketing-Start im Mai 2018 über eine Millionen Euro Umsatz gemacht. Und das ganz ohne Investor nur mit organischem Wachstum. Trotz der aktuellen Krise schaut es weiterhin gut für uns aus. Wir stellen gerade einige Leute ein und wollen richtig durchstarten!

Munich Startup: Was bedeutet München für Euch?

In München gibt es viele interessante potenzielle Kunden und gutes Personal. Wobei unser bisheriger Kundenstamm über die ganze DACH-Region verteilt ist und wir inzwischen sogar MitarbeiterInnen aus dem Ausland einstellen.  

Mit der Münchner Startup-Szene haben wir momentan weniger Kontakt, was wohl an unserem starken Fokus auf das B2B-Geschäft mit mittelgroßen und großen Unternehmen liegt.

Munich Startup: Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Ersteres natürlich! Der Bereich ist stark am Wachsen und wir haben das richtige Produkt. Celonis hat ein erklärungsbedürftiges Produkt im B2B-Bereich, wurde anfangs von vielen belächelt und jetzt sind sie die Stars. Mit der richtigen Strategie, einem guten Produkt und Anpassungsvermögen werden wir sehr weit kommen.

Mittelweg zwischen Sicherheit und Risiko

Munich Startup: Risiko oder Sicherheit?  

Beides! Wir fahren tatsächlich einen Mittelweg. Wir gehen Risiken ein und wachsen, haben aber immer einen Plan B.

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