Die größten Investments in Münchner Startups 2019

Münchner Startups haben 2019 bei Investments wirklich abgeräumt: Unsere Schätzungen ergeben eine Summe von mindestens 1,4 Milliarden Euro. Einige wenige Startups haben dazu mit sehr hohen Finanzierungsrunden beigetragen. Ein Überblick über die letzten Monate.

Wer sich dieses Jahr einen Überblick zu Finanzierungsrunden Münchner Startups verschaffen will, hat es gar nicht so leicht. Gefühlt jede Woche verkündete ein Startup eine große Kapitalspritze. Daher geben wir eine Übersicht über die größten Startup-Investments in der Region München im vergangenen Jahr.

Die Münchner Einhörner Flixmobility und Celonis stocken ihre Finanzierung auf

Um die Summe aller Startup-Investments zu schätzen, haben wir nur jene Finanzierungen addiert, über die wir hier auf Munich Startup berichtet haben. Gerade bei Seed-Finanzierungen liegen uns jedoch oft nur ungefähre Richtwerte vor. Einige belastbare Zahlen kennen wir aber doch. Hier die Finanzierungshighlights und die größten Investments in Münchner Startups 2019:

Das Münchner Unicorn Flixmobility konnte im Juli eine Finanzierungsrunde in Höhe von über einer halben Milliarde Euro einfahren. Im September verkündete das Mobility-Startup eine Erweiterung der Finanzierung. Damit konnte sich Flixmobility, die Mutterfirma von Flixbus und Flixtrain, mit 507 Millionen Euro ein Viertel allen Risikokapitals sichern, das 2019 in deutsche Startups investiert wurde (Stand Oktober 2019, laut einer Untersuchung von EY). Das Geld steckt Flixmobility in die globale Expansion ihres Busnetzes und in die Einführung des Carsharing-Dienstes „Flixcar“.

Ein zweites Münchner Unicorn, nämlich Celonis, gab Mitte November bekannt, rund 260 Millionen Euro Wachstumskapital eingesammelt zu haben. Das Münchner Process-Mining-Unternehmen ist mit dieser Serie-C-Finanzierung nun 2,3 Milliarden Euro wert. Das Kapital wollen die Datenspezialisten in Vertrieb und technische Weiterentwicklung stecken. Mitte 2018 waren die Münchner im Zuge der damaligen 50 Millionen Euro schweren Finanzierungsrunde zum Unicorn aufgestiegen.

Investments in Münchner Startups: Vor allem Fintechs verkünden starke Finanzierungsrunden

Ebenfalls stark wächst das Fintech-Startup Scalable Capital. Im August erhielt das Münchner Robo-Advisor-Unternehmen ein Investment von insgesamt 25 Millionen Euro und erhöhte somit die Gesamtfinanzierung auf mehr als 66 Millionen Euro. Investoren und Gesellschafter sind Blackrock, Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures.

Auch das Versicherungs-Startup Ottonova sammelte frisches Kapital. Ganze 60 Millionen Euro investierten die bestehenden Investoren Debeka, Vorwerk Ventures und Btov. Ebenfalls beteiligt ist der sehr aktive Münchner Kapitalgeber Holtzbrinck Ventures. Ottonova will neue Kunden gewinnen und fährt entsprechend mehr Marketing. Weitere Mittel sollen bereits im ersten Halbjahr 2020 folgen, so der digitale Krankenversicherer.

Das Fintech Pricefx startete das Jahr gut mit der Bekanntgabe seiner 25 Millionen Euro schweren Serie-B-Runde im Januar. Zum Abschluss des Jahres fließen in der Erweiterung der Runde nun 23 Millionen Euro an Pricefx. Die gesamte Finanzierungsrunde wächst damit auf 48 Millionen Euro. Das 2011 gegründete Startup hilft Unternehmen bei der Preisgestaltung.

Drei Mal gibt es 36,2 Millionen Euro für diese Münchner Startups

Noch ein weiteres Fintech konnte Investoren von sich überzeugen: Mit 40 Millionen US-Dollar — umgerechnet 36,2 Millionen Euro — konnte sich auch IDnow eine größere Finanzierungsrunde über einen New Yorker Investor sichern. Das Münchner Fintech überprüft und verifiziert bei Vertragsabschlüssen die Identität von Nutzern online. Mit der Finanzspritze will das Video-Ident-Startup nun seine Produktpalette erweitern und zusätzliche Marktanteile in Europa gewinnen.

Die gleiche Summe sammelte Proglove — am bekanntesten für seinen Handschuh-Scanner — ein. Das Startup plant, international weiter zu expandieren und hat dafür 36,2 Millionen Euro Wachstumskapital von US-Investor Summit Partners erhalten. Mit einem Teil des Geldes will das Wearable-Startup außerdem erforschen, wie menschliche Arbeiter mit dem industriellen Internet der Dinge (IoT) noch besser verbunden werden können.

Und noch ein drittes Startup sammelte 40 Millionen US-Dollar ein — und das gleich zweimal. Personio stockte sein Kapital auf, um weiter zu wachsen, dabei in weitere europäische Märkte zu expandieren und um das Produkt zu optimieren. Investoren der Serie-B-Runde sind der Tech-Investor Index Ventures, Northzone und Global Founders Capital. Bereits im Januar 2019 hatte Personio eine Finanzierung in gleicher Höhe abgeschlossen.

Mehr als 40 Millionen gehen an Holidu, Freeletics und Cluno

Das Travel-Startup Holidu erhielt 40 Millionen Euro in seiner Series-C-Finanzierungsrunde. Neben dem niederländischen Risikokapitalgeber Prime Ventures und bestehenden Investoren wie EQT Ventures, Venture Stars und Senovo beteiligte sich unter anderem der Wachstumsfonds Coparion. Holidu will seine Produkte — die Buchungs- und Preisvergleichsplattform für Ferienunterkünfte als auch eine neue Vermietersoftware — damit weiter entwickeln.

Noch ein bisschen mehr Kapital sammelte das Fittech-Startup Freeletics in seiner Series-A-Finanzierungsrunde, nämlich 45 Millionen US-Dollar. Die Münchner wollen mit den über 40,6 Millionen Euro ihr internationales Wachstum, insbesondere in den USA, forcieren. Hier könnt Ihr ein aktuelles Interview mit dem Freeletics-CEO Daniel Sobhani lesen.

Und auch das Münchner Mobility-Startup Cluno erhöhte im September laut eigenen Angaben seine Asset-Backed-Finanzierung auf mehr als 140 Millionen Euro — im Herbst neu hinzugekommen waren 80 Millionen Euro Fremdkapital.

Wie geht es wohl weiter? Das Jahr 2019 hat noch drei Wochen. Zeit genug, um die ein oder andere Finanzierungsrunde zu verkünden…

Helen Duran

Als Redakteurin ist die Wirtschaftsgeografin Helen Duran seit 2015 für Euch in der hiesigen Gründerszene unterwegs. Sie ist neugierig auf Eure spannenden Startup-Geschichten!

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